Berkheimer Volleyballer nach spannendem Pokalkrimi eine Runde weiter

Am vergangenen Freitag hatten die Volleyballer des TSV Berkheim mit der Mannschaft „Kawumm“ aus Stuttgart-Wangen einen schweren Brocken zu knacken, denn das letzte Duell der beiden, beim Baden-Württemberg Pokal 2007, entschied Wangen deutlich für sich. Schon beim Aufwärmen wurde klar, dass sie auch dieses Jahr nichts dem Zufall überlassen wollten: Kawumm hatte seinen Kader um einen Mittelangreifer der Mannschaft SG Stern Stuttgart aufgestockt, was im Freizeitbereich zwar erlaubt, aber nicht gerne gesehen ist.

Wer jedoch glaubt, dass Berkheim diesen Umstand als zusätzlichen Motivator nutzte, liegt falsch. Wangen nahm von Anfang an die Zügel, respektive den Ball in die Hand und sicherte sich mit konsequentem und druckvollem Angriffspiel den ersten Satz mit 25:20. Berkheim wechselte im zweiten Satz auf zwei Positionen, vertraute aber weiterhin der Aufstellung mit nur einer Zuspielerin, um den Block zu verstärken. Unzählige Eigenfehler erstickten jedoch jeden Ansatz einer Chance ins Spiel zurückzufinden im Keim.
14:25 stand es nach 17 Spielminuten und die Ratlosigkeit in den Gesichtern der Berkheimer sprach Bände. Weder Auszeiten noch das beschwörende Zureden des Trainers in den Satzpausen konnten helfen. Um mehr Ruhe ins Berkheimer Spiel zu bringen, stellte Trainer Henrik Obst die Aufstellung um und brachte die zweite Zuspielerin. Beim Stand von 5:11 nahm Berkheim die erste Auszeit und als kurze Zeit darauf, beim Stand von 10:18, die zweite folgte, glaubte keiner in der Halle mehr an eine Wende im Spiel – fast keiner, denn die taktische Änderung zeigte langsam aber kontinuierlich Wirkung.

Berkheim wäre eben nicht Berkheim, denn was der Doppelmeister und Bezirkspokalsieger aus der Vorsaison in den folgenden Minuten vollzog, grenzte an ein Volleyballwunder. Punkt um Punkt fanden die Spieler mehr Selbstvertrauen und auch die eine oder andere kritische Entscheidung des von Wangen organisierten, strengen Oberligaschiedsrichters, der ein wenig an einen Bewohner aus dem Auenland erinnerte, konnte an der plötzlichen Spiellust der TSVler nichts ändern. 26:24 lautete das Endresultat des dritten Satzes – Berkheim war zurück. Wangen schien im vierten Satz wie gelähmt über die phönixartige Auferstehung des Gegners. Ein ums andere Mal scheiterten sie am Block oder patzten in der Annahme. Mit 25:21 mussten sie kurz darauf den Satzausgleich hinnehmen und in den Tie-Break gehen.

Beim Stand von 4:2 für Berkheim kam Claudia Gassmann an den Aufschlag. Wozu eine werdende Mutter (Herzlichen Glückwunsch nochmals an dieser Stelle) in der Lage ist, erkannten die Wangener erst, als es am Ende der druckvollen Aufschlagserie 12:2 für Berkheim stand. Kurz darauf war das Spiel vorbei: Endstand 15:5 für Berkheim. Mit diesem Sieg bewiesen die Berkheimer wieder einmal, dass sie bis zum Schluss nie aufgeben und unterstrichen damit deutlich ihre Absicht, auch in dieser Saison den Pokal zu holen.