Drama in vier Akten –
Berkheim wird zum dritten Mal in Folge Mixed-Volleyball Meister
Qualifikation zur Württembergischen Meisterschaft gesichert

Ein Theaterregisseur hätte es nicht besser inszenieren können. Im Endspurt um die Meisterschaft der A-Liga im Bezirk Ost erlebten die Berkheimer am vergangenen Samstag ein heiß-kaltes Wechselbad der Gefühle.

Auch in diesem Jahr war das Ziel zwar die Meisterschaft, aber die Mannschaft um Trainier Henrik Obst hatte in den letzten Wochen mit einigen Rückschlägen zu kämpfen. Da die Ursachen vermutlich eher psychischer als physischer Natur waren, wurde das Abschlusstraining am Freitag zu Gunsten der Teilnahme an der Sportlerehrung der Stadt Esslingen geopfert. Die Ehrung für den Titel des Württembergischen Meisters 2008 im Mixed-Volleyball sollte den Spielern noch einmal verdeutlichen, dass sie mit genug Selbstvertrauen in den letzten Spieltag starten können.
Leider blieb es zunächst beim frommen Wunsch, denn was die Berkheimer in ihrem ersten Spiel gegen Backnang zeigten, hatte mit Siegeswille oder Meisterschaftsambitionen nichts zu tun. Das Spiel war im ersten Satz lange Zeit ausgeglichen, Backnang konnte aber die entscheidenden Akzente setzen. Der Verlust des ersten Satzes und die plötzliche Gewissheit, dass sowohl der Meistertitel als auch die Qualifikation zur Württembergischen Meisterschaft weiter weg als geahnt liegen, lähmte die Berkheimer Volleyballer im kompletten zweiten Satz, der mit einem desaströsen 8:25 an Backnang ging.
Im zweiten Spiel gegen Feuerbach stand ein schwacher Gegner auf dem Programm. Auch in diesem Spiel dauerte es einen halben Satz, bis die Berkheimer ihre Überlegenheit zeigen konnten. Das 2:0 war bei Weitem keine spielerische Glanzleistung aber zumindest waren sie damit noch im Rennen um den Titel, denn die direkten Verfolger hatten ihre ersten beiden Spiele sehr souverän gewonnen.

Am Nachmittag musste das Spitzentrio gegeneinander antreten. Im ersten Spiel traf Berkheim auf den TV Hausen, den Vorjahresgegner um den Titel des Württembergischen Meisters. Obwohl dieselben Spieler auf dem Feld standen, war die Leistung der Berkheimer nicht im Ansatz mit der des Vormittags zu vergleichen.
Von Anfang an zeigten sie, warum sie zu Recht um den Titel mitspielten. Die Angriffe wurden konsequent in Punkte verwandelt, Block und Abwehr standen gut und platzierte Aufschläge sorgten für große Unruhe in der gegnerischen Annahme. Der erste Satz ging an Berkheim. Doch Hausen legte nach und der zweite Satz wurde wieder spannend. Am Ende glichen sie mit 26:24 zum 1:1 aus. Der Tie-Break musste die Entscheidung bringen. In einem hochklassigen dritten Satz kämpften beide Mannschaften mit höchstem Einsatz und Risiko. Der Sieger hieß Berkheim und wer die Mannschaft am Vormittag gesehen hatte, wunderte sich zu Recht. Damit war das Minimalziel, die Quali für die Württembergischen Meisterschaften erreicht.

Das letzte Spiel des Tages entschied die Meisterschaft zwischen GvR Stuttgart und dem TSV Berkheim. Das erste Duell in der Hinrunde konnte Stuttgart für sich entscheiden. Ein leichter Vorteil, den es wettzumachen galt. Berkheim startete aggressiv in den ersten Satz, blockte die druckvollen Angriffe des Gegner ein ums andere Mal erfolgreich ab und setzte die Stuttgarter mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung enorm unter Druck. 1:0 Berkheim. Das kräftezehrende Spiel gegen Hausen forderte dann jedoch seinen Tribut und Stuttgart fand wieder ins Spiel zurück. Um deren Spielrhythmus zu stören, wechselte Berkheim beim Stand von 8:16 mehrfach aus. Sie konnten zwar den Satz nicht mehr retten, unterbrachen damit aber die Punkteserie der Stuttgarter. Auch hier musste der Tie-Break entscheiden. Die Stuttgarter zeigten nun ebenfalls konditionelle Schwächen und waren über das erneute Aufbäumen des Gegners sichtlich geschockt. Mit 25:18 gewannen die Berkheimer schließlich und sicherten sich damit zum dritten Mal in Folge den Titel des Bezirksmeisters in der A-Liga Ost.