Großer Ausflug nach Niederöstereich in die Wachau

Donnerstag 29.07. - Sonntag 01.08.2010

 

Eine Nacht in Venedig - und das in der Wachau

Eine traumhafte UNESCO-Weltkulturerbe Landschaft, verträumte Täler, schöne Straßendörfer, Wein, Marillen, Kultur, Sonne aber auch viel Wasser von oben. So könnte man die vier Tage in der Wachau mit wenigen Worten zusammenfassen.

Die große Familie der Ausgleichssportler des TSV Berkheim war unter der bewährten Leitung unseres Guides Günter in Niederösterreich unterwegs.

Am 29.06.2010 fuhr die Gruppe von Berkheim über München in Richtung Wachau. Das obligatorische Vesper im Freien, mit Berkheimer Köstlichkeiten wurde hinter München eingenommen.

Erstes Tagesziel war Ybbs an der „nicht" blauen sondern gespeist durch die vielen Regenfälle braunen Donau. Der Weg führte hinauf nach Maria Taferl im Nibelungengau, dem bedeutendsten Wallfahrtsort Niederösterreichs hoch über dem Donautal. Nach einem Rundgang durch den Ort besichtigte die Gruppe die 350 Jahre alte Wallfahrtskirche. Die Entstehung des Ortes ist mit den Namen zweier Männer eng verbunden. Beide wurden durch Gebete vor der Eiche, an der ein Holzkreuz und später ein Vesperbild angebracht war, auf wundersame Weise geheilt. Im Jahr 1642 wurde erwähnt, dass die Schar der Wallfahrer, die Aufgrund der Heilungen und Engelserscheinungen kamen, immer größer wurde. Aus diesem Grunde wurde 1661 mit dem Bau der Kirche begonnen. Der Baumeister des Stiftes Melk, Jakob Prandtauer, entwarf im Jahre 1707 die Kirchenkuppel. Die Wallfahrtskirche wurde zum 350 jährigen Jubiläum in 2010 innen und außen vollständig renoviert.

Die Kaffeepause im Terassenhotel Schachner kam wegen der hereinziehenden Wetterfront von Westen mit stürmischen Böen und heftigem Regen genau zur richtigen Zeit. Diejenigen, die etwas zum Essen bekamen, schwärmten von der hohen Qualität der Speisen, beim Service konnte leider nur die Note "Setzen, Sechs" vergeben werden. Der weitere Weg führte entlang der Donau hinein in die Wachau ins Kremstal. Ziel war das kleine Strassendorf Senftenberg. Die idyllische Marktgemeinde liegt im unteren Kremstal - verwinkelt, verträumt und liebenswert eingebettet. Wahrzeichen des Ortes ist die über der Pfarrkirche gelegene Burgruine. Im Wein-und Landhotel „Zierlinger" wurden die Zimmer bezogen und umgehend der Pool im Rosengarten in Beschlag genommen. Am Abend führte uns ein Spaziergang, angeführt vom Hotelchef zu einem nahegelegenen Heurigenlokal. Hier wurde eine Heurigenjause zur Weinverkostung der Kremstaler Weine serviert, untermalt von traditioneller Heurigenmusik die sehr schnell für gute Stimmung sorgte.

Der Blick aus dem Fenster trübte am nächstem Morgen erst einmal die Stimmung. An diesem Tag war der ständige Begleiter der Regenschirm. Nach dem Frühstücksbuffet fuhren wir mit unserem Reiseleiter (nicht -führer !) Helmut nach Krems um an der Schiffsanlegestelle das Motorschiff „Prinz Eugen" der Gesellschaft Blue Danube zu entern. Das Motorschiff fuhr donauaufwärts bei Dauerregen vorbei an Dürnstein und Weissenkirchen bis nach Spitz. Nach einem Spaziergang durch den Ort, begleitet von passenden Anekdoten und Informationen von Helmut, führte die Fahrt am linken Donauufer mit dem Bus durch die Wachau zurück nach Krems-Stein. Ein Rundgang entlang der Kunstmeile Krems, die sich parallel zur Donau vom Kloster und hinein in die Steiner Altstadt zieht, rundete den sehr positiven Gesamteindruck des schönen Städtchens ab. Die Kunstmeile Krems verbindet Kultur und Genuss auf höchstem Niveau, quer durch alle Sparten und Interessen. Die Gruppe besuchte noch anschließend eine Marillenschnapsdestillerie und ließ sich die regionalen Köstlichkeiten rund um die Marille schmecken. Der Wettergott öffnete noch einmal richtig die Schleusen und stellte dann das Wetter auf gut und sonnig um. Für den kulturellen Höhepunkt des Tages gerade zum richtigen Zeitpunkt. Ein Besuch der Schlossfestspiele in Langenlois stand auf dem Programm. Im Innenhof von Schloss Haindorf wurde im stimmungsvollen Rahmen die Operette „Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss aufgeführt. Das Wiener Opernballorchester und viele hervorragende Akteure ließen an dem Abend den Zauber Italiens walten. Musikalische Fröhlichkeit und unverwechselbare Atmosphäre, die man mit dem südlichen Himmel verbindet. Das Schloss Haindorf, liegt etwas außerhalb der Weinstadt Langenlois am Rande der Kamptalauen in einer der schönsten Regionen des Kamptals. Nach einer aufwändigen Renovierung des baufälligen Schlosses werden seit 1986 regelmäßig klassische Open-Air Konzerte aufgeführt.

Am Samstag wurden die Ausgleichssportler von einem Wanderführer abgeholt um auf dem Wanderweg No. 6 von Senftenberg über die Schatzwand, vorbei an den 12 Aposteln zur Donau nach Dürnstein zu wandern. "Die 12 Aposteln solln für richtig nach Gotts Willn in Dürnstein stehn ... Senftenberg is a so schön." So heißt es im Senftenbergerlied. Die 12 Aposteln, die früher Tümelsteinwände genannt wurden sind eine markante Felsformation, von dort hat man eine einzigartige Aussicht auf den Ort und die Ruine Senftenberg. Der krönenden Abschluss der Wandertour war zweifelsohne der Besuch der sogenannten Kanzel, dem schönsten Aussichtspunkt der Wachau. Von hier konnte die ganze Donauschleife von Dürnstein bis hinüber nach Spitz eingesehen werden. Dank dem guten und sonnigen Wetter und den vorangegangenen Regentagen war die Aussicht entsprechend gut. Der Abstieg hinunter ins Tal führte über die sagenumwobene Ruine Dürnstein.

Der englische König Richard Löwenherz wurde hier von 1192-1193 gefangen gehalten. Der königliche Gefangene durfte zu seiner Unterhaltung fahrende Sänger empfangen, woraus später vermutlich die Sage vom Sänger Blondel entstand. Sein getreuer Minnesänger zog von Burg zu Burg, bis er seinen König in Dürnstein, durch das Singen einer Liedstrophe, die der Gefangene ergänzte, entdeckte. Richard Löwenherz wurde nach Zahlung eines Lösegeldes wieder in Freiheit gesetzt.

Der Tag endete für die Ausgleichssportler mit einem gemeinsamen Abbaden im noch recht frischen Pool und einem köstlichen 4-Gang-Abendessen mit korrespondierenden Weinen.

Am Sonntag hieß es wieder Abschied nehmen. Die Rückfahrt führte auf der rechten Donauseite zum Stift Melk. Seit über 900 Jahren leben und wirken im Stift Melk in ununterbrochener Tradition Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt in Seelsorge, Schule, Kultur und Tourismus. Das Stift Melk ist daher seit seinen Anfängen ein wichtiger geistiger und geistlicher Mittelpunkt des Landes. Das neue Stiftsmuseum das die Gruppe besuchte, ist das modernste Österreichs und in den Kaiserzimmern untergebracht. Das Thema der Ausstellung ist: "Unterwegs vom Gestern ins Heute - Stift Melk in Geschichte und Gegenwart". Das aktuelle Geschehen im Stift Melk wird mit zeitgemäßen Mittel, wie Video- und Licht-Installationen präsentiert. Die herrliche Barockanlage hoch über der Donau ist ein muss für alle Wachau-Besucher und war für die Ausflügler ein schöner Ausklang der vier mehr als gelungenen Tage. Günter als Planer, Organisator und Reiseführer hat mit dem Ausflug mal wieder voll in's Schwarze getroffen. Von allen Teilnehmern nochmal ein herzliches Dankeschön, wir freuen uns natürlich auf 2012 und den nächsten großen Ausflug der Ausgleichssport-Familie.

© Peter Pahl

 

Wachau Gruppe

 

 

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Fotos: Wolfgang Höschle, Peter Pahl